Von außen sieht unsere Kirche unscheinbar aus, auch liegt sie etwas verborgen im Hof neben dem Gemeindehaus. Wer aber die Kirche betritt, wird überrascht von der Farbenvielfalt der Apostelfenster. Sie wurden nach dem Bau der Kirche Anfang der 1960-er Jahre von dem Künstler Helmuth Uhrig gestaltet. Die Glasfenster sind als Werk einzigartig. "Zu ihrer Gestaltung gingen die damals miteinander eng befreundeten Michaelsbrüder Pfarrer Herbert Fischer, Dr. Jörg Erb und Meister Helmuth Uhrig aus Arnoldshain eine theologisch-literarisch-künstlerische Symbiose ein. Das Gesamtthema des Werkes war durch den Namen der Kirche Zu den zwölf Aposteln gegeben. Das Leben der Apostel sollte ins Bild gesetzt und vor Augen geführt werden. Die vier großen Fenster aus buntem Glas, angefertigt in Ravensburg, setzen sich aus 112 Einzelfeldern zusammen, die über 100 Bilder beinhalten. Sie sind konzipiert in der Art der mittel-alterlichen biblia pauperum, der sogenannten Armenbibel für die Unbelesenen und Unwissenden. In ihr war das Leben Jesu Christi in Bildern dargestellt... Das Thema der 3,50 x 4 Meter großen Farbfenster heißt: "Das Heilswerk Gottes, abzulesen am Leben und Wirken Jesu und seiner Apostel".

Das Heilswerk ist auf den inneren Hälften der beiden Mittelfenster dargestellt: links die Passion und die Taufe, rechts die Auferstehung und die Erhöhung und das Hl. Abendmahl." (E.Zitt)

Weitere Motive, wie vier Engelsgestalten oder legendäre Geschichten der Apostel wie auch Darstellungen der Reformatoren Luther und Melanchthon sind in einer in der Kirche erhältlichen Handreichung erklärt. 

"Die Bilder zeichnen sich durch die Glut ihrer Farben aus. Sie strahlen am Morgen, leuchten am Mittag, glühen noch in der späten Dämmerung. In klaren Konturen heben sich die Darstellungen von dem in vielen Tönen spielenden blauen Grund ab. Der Künstler verzichtete auf die Darstellung des Individuellen, läßt seine Figuren ohne Gesichter. Ihm geht es nur um Charakteristisches, den Jünger, den Apostel, den Evangelisten, den Betenden. Die Bilder sollen das Evangelium sichtbar machen und dadurch sein Verstehen und seine Annahme erleichtern... Der außerordentliche Schmuck der evangelischen Kirche ist einzigartig, jedenfalls in Gotteshäusern der Neuzeit. Ihr Schöpfer Helmuth Uhrig hat sich einen Namen gemacht mit Kunstwerken in Holz und Stein, mit Zeichnungen und Holzschnitten und nicht zuletzt eben durch seine Farbfenster in verschiedenen Kirchen." (E.Zitt)

Der Nachlass des Künsters läßt sich übrigens im Kloster Kirchberg bei Sulz a.N. in einer ständigen Ausstellung bewundern.

Die evangelische Kirchengemeinde lädt regelmäßig zu Erklärungen der Fenster ein -von Mai bis Oktober jeweils donnerstags um 10.30 Uhr, nach Absprache mit dem Pfarramt auch zu anderen Terminen.